Fuck for Forest

:: Dokumentarfilm :: Polen 2012 :: 87 Min :: FSK 16 ::
:: Regie Michael Marczak :: Darsteller Fuck for Forest ::

Die radikalen Umweltschützer von Fuck for Forest feiern die Konfrontation mit der westlichen Gesellschaft. Mit ihrer NGO der etwas anderen Art erregen sie Aufsehen durch freizügiges Posieren in der Öffentlichkeit sowie dem Dreh von Sex-Clips. Aber was diese Aktivisten wirklich wollen ist – nun ja – die Welt retten. Also handelt es sich hier nicht allein um pervertierte Performance-Kunst, sondern vor allem um Fundraising. Mit ihren Amateur-Videos, die man gegen Bezahlung im Internet ansehen kann, sammeln die Künstler_innen Spenden und fördern damit Umweltprojekte. So weit, so moralisch.

Der gleichnamige Dokumentarfilm des polnischen Regisseurs Michal Marczack begleitet die Aktivisten_innen und Künstler_innen zunächst bei ihrer Arbeit in Berlin – die von allen Beteiligten sehr ernst genommen wird. Tommy, der Leitwolf aus Norwegen, und seine schwedische Partnerin können Bände über das Kranke des Westens, die Freiheit künstlerischen Ausdrucks, und das Heilsame indianischer Stammeskultur sprechen. In der Dokumentation bricht die Gruppe nach Brasilien auf, um Indigenen in den Tiefen des Amazonas ein 800 Hektar großes Gebiet Regenwald zu kaufen. Die Reise nimmt jedoch eine unerwartete Wendung. Und zwischen den bunt bis kaum bekleideten Europäern und den Einheimischen kommt es zu einem gnadenlosen ›Culture Clash‹.

Auf diese Weise beleuchtet Fuck for Forest, in extrem komischen Momenten ironischer Brechung, den geistigen Dschungel unserer modernen Gesellschaft. An diesem Ort ethischer und moralischer Fragen, ist es bei weitem nicht einfach, ›Richtig‹ und ›Falsch‹ eindeutig voneinander zu trennen.